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Sonstiges

Die Geschichte des KWFC 1990 e.V.

  • Wie alles begann und eine kurze Übersicht der Entwicklung zu dem, was der Verein heute ist

Der Anfang

  • Die Geschichte beginnt etwa im Jahre des Herrn 1987. Am Anfang waren wir eine CB-Funk-Runde aus dem Raum Karlsruhe, die sich regelmäßig auf Kanal 38 (27.385 MHz FM) traf. Hier liegen unsere Wurzeln. Im Unterschied zu vielen anderen Runden hatten wir schon früh Interesse an größeren Reichweiten, mehr Frequenzen, eigenen Bau- und Bastelprojekten, womit unsere Neigungen zum Amateurfunk schon vorgezeichnet waren. Zunächst aber versuchten wir noch, uns mit den üblichen Mitteln (Brenner, Exportgeräte, Kisten frisieren) zu behelfen, was immerhin einige Erfolge, aber auch unbestrittene Mißerfolge zur Folge hatte... Immer wieder kam aber auch die Frage auf: Sollen wir die Lizenz machen ? Wagen wir die Prüfung ? Aber die Zeit war noch nicht reif. Und wir auch noch nicht ...
  • In dieser Phase kamen wir auf eine naheliegende Idee, die aber für den CB-Funk doch eher ungewöhnlich war. Wir verlegten unsere "gesteigerten" Aktivitäten von unseren Feststationen aufs "Land". Das "DX-Camp" war geboren, eine Mischung aus Grillparty, Fieldday und Abenteuerurlaub im Schwarzwald. Schnell zeigte sich, daß man mit einer Lincoln und einem Brenner, einigen kleinen Batterien und Mobil-Antennen an technische Grenzen stieß. Auf Dauer konnte das keine Lösung sein. Es stand uns gelegentlich das eine oder andere Notstromaggregat leihweise zur Verfügung, aber eben nur gelegentlich. Ein permanent verfügbares Aggregat war über kurz oder lang notwendig.
  • Nach und nach wurde aus der 38er Runde die "Radio-Moskau-Runde" und schließlich die Sierra-Papa-Runde. In der Folge entstand hieraus die Sierra-Papa-DX-Group, die auch schon bald ähnlich anderen CB-DX-Groups international bekannt wurde und eine bescheidene Verbreitung fand. Auch technisch gab es einige interessante Entwicklungen. Funkgeräte, Netzteile und (nicht wirklich legale) Sendeendstufen (zu dieser Zeit von uns "aktive Antennenanpaßgeräte" genannt) wurden in 19"-Einheiten eingebaut, mit einheitlichen, kompatiblen Steckverbindern versehen, 19"-Geräteträger (mit bis zu 20HE) wurden gebaut, sodaß nicht mehr ein Haufen loser Geräte, Kabel und anderes Geraffel bei einem DX-Camp aufgebaut wurden, sondern kompakte, effiziente Baugruppen, die in kurzer Zeit verbunden und in Betrieb gesetzt werden konnten.
  • Die Fielddays waren inzwischen gut organisiert, Auf- und Abbau waren waren keine abendfüllenden Aktionen mehr, meist waren wir bereits knapp eine Stunde nach dem Eintreffen effektiv qrv, die Grillfeuer brannten und alles war "an seinem Platz".

Der Verein

  • Im Jahr 1990 kam der Vorschlag auf, das ganze als eingetragenen Verein in eine Form zu bringen. Es gab jetzt genug aktive und interessierte Mitglieder. Die Idee mußte noch eine Weile reifen, und endlich, am 15.09.1990 fand die Gründungsversammlung statt, eine Satzung wurde beschlossen und am 24.10.1990 wurde der Verein rechtskräftig unter der Vereinsregisternummer 618 und dem Namen Kurzwellenfunkclub Sierra Papa 1990 e.V. (kurz KWFC 1990 e.V.) in das Vereinsregister der Stadt Ettlingen eingetragen. Die Wahl fiel auf Ettlingen, weil viele der DX-Camps an Ettlinger Grillhütten stattfanden. Diese Möglichkeiten als Verein zu nutzen war eines der auschlaggebenden Argumente.
  • Da ein wenig Geld in der Kasse war, investierte der Verein in eine eigene QSL-Kartenserie, die man kaufen konnte. Der Erlös sollte die Vereinskasse neben den Beiträgen und Spenden füllen, um eine clubeigene Funkausrüstung und endlich auch ein Aggregat zu kaufen. Leider gingen die Kontaktmöglichkeiten mit dem Sonnenfleckenzyklus zu Ende, die Bandöffnungen auf 11m nahmen an Häufigkeit ab, parallel dazu auch die Aktivität der Mitglieder und auch die Motivation ließ dadurch etwas nach. Tatsächlich wurden 1993 bis 1995 praktisch keine DX-Camps durchgeführt. Andere private Projekte (an denen durchaus mehrere Vereinsmitglieder beteiligt waren) standen zu dem Zeitpunkt im Vordergrund.
  • 1996 brachte ausgerechnet das Finanzamt Ettlingen den Fortschritt. Da der Verein bei der Gründung als gemeinnützig eingestuft wurde, forderte uns das Finanzamt auf, eine Bilanz vorzulegen. Bei der Durchsicht der Unterlagen stellte sich heraus, daß tatsächlich ein Stromaggregat in Reichweite gekommen war. Das Aggregat konnte dann sogar noch zu einem äußerst günstigen Preis (ein lokaler Baumarkt machte Ausverkauf und es waren echte Schnäppchen möglich) erworben werden, und wir hatten sogar noch einiges Kapital übrig für Benzinkanister, Ölkannen, Trichter und anderes mehr. Mit dieser Investition konnten trotz Sonnenfleckenminimum zwei erfolgreiche DX-Camps durchgeführt werden.
  • 1997 bis 1998 waren wieder ereignisarme Jahre, in denen sich aber einige der Mitglieder mit der nun auch für CB-Funk freigegebenen Betriebsart Packet-Radio beschäftigten. Ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Amateurfunklizenz war getan. 1999 wurden wieder die Sonnenflecken genutzt und zwei "DX-Camps" durchgeführt.

Amateurfunk

  • Schon ab Mitte der 1990er Jahre erwarben die ersten Mitglieder Amateurfunklizenzen. Leider gaben andere das Hobby CB-Funk und die Migliedschaft im Verein auf, blieben uns aber dennoch freundschaftlich verbunden und standen (und stehen) uns noch mehrfach hilfreich zur Seite. Ende 1999 erwarben die letzten Ihre Amateufunklizenzen. Ab dem Jahr 2000 waren wir eigentlich ein reiner Amateurfunkverein geworden. Die beiden DX-Camps im Sommer 1999 waren die letzten als CB-Funkverein. Alte Mitglieder waren gegangen, und nur ein kleiner, harter, radioaktiver Kern war übrig. Das neue (und doch irgendwie alte) Hobby Amateurfunk nahm nun viel Zeit in Anspruch, und obwohl wir viele gemeinsame Aktivitäten im Amateurfunk hatten, fanden sie nicht im Rahmen des KWFC statt. Es lag sicher nicht zuletzt auch daran, daß praktisch alle mehr oder weniger gleichzeitig Mitglieder im DARC wurden, aber in unterschiedlichen Ortsverbänden.
  • Im Oktober 2003, als der Rekordsommer zu Ende ging, ließ es uns dann doch keine Ruhe mehr. Mit einigen neuen Aktiven, die wir für unsere Vorhaben gewinnen konnten, wurde ein erfolgreicher Fieldday durchgeführt. Aus dem DX-Camp der früheren Jahre waren nun "private Fielddays" geworden. In den darauf folgenden Jahren wurden wieder vermehrt Fielddays durchgeführt. Die Bundesnetzagentur (damals noch RegTP) spendierte uns ein eigenes Clubrufzeichen (DK0WFC), eine Webseite wurde erstellt und eine neue QSL-Karte herausgegeben. Auf den Fielddays wurden Gäste aus den eigenen und anderen OVs willkommen geheißen, interessierten Besuchern, die zufällig an den Grillplätzen vorbeikamen, wurden gerne unsere Tätigkeiten erläutert. Seit 2007 haben wir eine Wiki-Web-Seite, die von allen Mitgliedern erweitert werden kann, und von der wir hoffen, daß viele davon Gebrauch machen.
  • Heute sind wir zwar immer noch ein kleiner Verein, aber wir verfügen jetzt über eine eigene kleine Clubstation, Geräte, Antennen, Masten, ein Notstromaggregat usw., was halt für erfolgreiche Fielddays notwendig ist. Nach vielen Jahren haben wir in der Planung und Durchführung von Fielddays auch einige Erfahrung, sodaß ein Fieldday bei uns eigentlich kein Mißerfolg mehr werden kann. Tatsächlich können wir sogar ganz spontan ohne große Vorplanung und Vorbereitung innerhalb kurzer Zeit qrv werden, wenn uns das Wetter und die Ausbreitungsbedingungen reizen. Wir werden darüber hier berichten ...
  • (Fortsetzung folgt)